Freelancer-Plattformen im Vergleich: Was Kunden zahlen
Kurz gesagt
Für Auftraggeber sind Projektbörsen wie freelancermap am günstigsten: Ausschreiben kostet dort 0 bis 89 Euro im Monat, ohne Provision. Marktplätze wie Upwork oder Fiverr nehmen eine prozentuale Gebühr auf jede Zahlung, bieten dafür Bewertungen und Treuhand. Vermittler wie GULP oder Hays sind am teuersten, übernehmen aber Vorauswahl und Vertrag.
Wer zum ersten Mal einen Freelancer sucht, landet meist auf einer Liste mit zwanzig Plattformen und Sternebewertungen. Die Liste hilft wenig. Viel wichtiger ist eine Frage, die dort selten gestellt wird: Läuft das Geld über die Plattform oder direkt zum Freelancer?
Davon hängt fast alles ab. Wer zahlt welche Gebühr, wer schreibt die Rechnung, was passiert bei Streit, und ob du denselben Freelancer später ohne Aufpreis wieder beauftragen kannst.
Drei Modelle, die man auseinanderhalten muss
Projektbörsen wie freelancermap oder freelance.de sind im Kern Stellenmärkte für Projekte. Du schreibst aus, Freelancer bewerben sich, danach schließt ihr direkt einen Vertrag. Die Börse verdient an Abos und Anzeigenplätzen, nicht am Projektvolumen.
Marktplätze wie Upwork, Fiverr oder Malt wickeln die Bezahlung selbst ab. Sie behalten einen Prozentsatz, meist auf beiden Seiten. Dafür bekommst du Bewertungen aus echten Aufträgen, Zahlungen über ein Treuhandkonto und eine Stelle, an die du dich bei Streit wenden kannst.
Vermittler und Personaldienstleister wie GULP oder Hays suchen für dich, prüfen vor und stehen oft selbst als Vertragspartner zwischen dir und dem Freelancer. Ihre Marge steckt im Stundensatz, den du zahlst.
| Kriterium | Projektbörse | Marktplatz | Vermittler |
|---|---|---|---|
| Zahlung läuft über die Plattform | |||
| Gebühr hängt vom Projektvolumen ab | |||
| Bewertungen aus echten Aufträgen | teilweise | ||
| Treuhand und Streitschlichtung | teilweise | ||
| Vorauswahl der Kandidaten | |||
| Vertrag direkt mit dem Freelancer | teilweise |
Was die einzelnen Plattformen kosten
Die folgenden Konditionen sind der Stand im Herbst 2026. Plattformen ändern ihre Gebühren regelmäßig, Upwork hat sein Modell schon mehrfach umgebaut. Prüfe die Zahlen also auf der Preisseite, bevor du ein Budget festlegst.
| Plattform | Modell | Kosten für Auftraggeber | Hinweis |
|---|---|---|---|
| freelancermap | Projektbörse | Basis 0 €, Business 59 €, Enterprise 89 € pro Monat | keine Vermittlungsgebühr, Top-Projekt ab 99 € |
| freelance.de | Projektbörse | abhängig vom Tarif | Vertrag direkt mit dem Freelancer |
| Upwork | Marktplatz | 5 % Marketplace Fee (Basic), 10 % (Business Plus), im Basic-Tarif plus 0,99 bis 14,99 US-Dollar je neuem Vertrag | US-Kunden mit Lastschrift zahlen weniger |
| Fiverr | Marktplatz | Servicegebühr auf jede Bestellung, im Checkout ausgewiesen | Seller zahlen zusätzlich eine Provision auf ihre Einnahmen |
| Malt | Marktplatz | Provision, über die Plattformrechnung abgerechnet | aus Frankreich, auch in Deutschland aktiv |
| GULP, Hays | Vermittler | Marge im Stundensatz, selten offengelegt | Vorauswahl und Vertrag inklusive |
Bei freelancermap reicht der kostenlose Basistarif für zwei neue Projekte im Monat. Die Kontaktdaten aller Freelancer und bis zu 2.000 Kontaktanfragen im Monat gibt es erst im Business-Tarif. Die Plattform selbst nennt auf ihrer Startseite über 280.000 registrierte Freelancer. Die genaue Aufstellung steht auf der Preisseite von freelancermap.
Bei Upwork kommt eine zweite Gebühr dazu, die du nicht siehst: Freelancer zahlen dort eine eigene Servicegebühr, die je nach Vertrag zwischen 0 und 15 Prozent liegt. Erfahrene Freelancer kalkulieren sie in ihren Satz ein. Du zahlst sie also indirekt mit.
Rechenbeispiel: dasselbe Projekt, zwei Wege
Angenommen, du beauftragst einen Entwickler für drei Monate mit einem Volumen von 20.000 Euro netto. Die Zahlen unten sind eine Modellrechnung mit den Gebühren aus der Tabelle, keine Angebote.
- Upwork: 5 % Marketplace Fee auf 20.000 €
- 1.000,00 €
- Upwork: Vertragsgebühr (höchstens 14,99 USD)
- ca. 13,00 €
- freelancermap Business: 3 × 59 €
- 177,00 €
- Differenz zugunsten der Projektbörse
- ca. 836,00 €
Annahme: ein Vertrag, Upwork Basic mit 5 %, freelancermap Business für drei Monate. Freelancer-seitige Gebühren nicht eingerechnet.
Die Differenz klingt erst einmal nach einem klaren Sieger. Sie ist aber nicht die ganze Wahrheit. Auf der Börse liegt das Risiko eines Zahlungsstreits komplett bei euch beiden, es gibt kein Treuhandkonto und keine Bewertungshistorie aus abgeschlossenen Aufträgen. Für ein erstes Projekt mit jemandem aus einem anderen Land kann der Marktplatz die 800 Euro wert sein.
Wie viele Bewerbungen du erwarten kannst
Eine realistische Erwartung hilft beim Vergleich. freelancermap hat für den Freelancer-Kompass 2026 die 100 beliebtesten Projekte der eigenen Plattform ausgewertet. Sie bekamen im Schnitt elf Bewerbungen. Das sind die Projekte, die am häufigsten angeklickt wurden, also eher die Obergrenze als der Normalfall.
Elf Bewerbungen heißt nicht elf geeignete Kandidaten. Manche passen formal nicht, manche schicken einen Standardtext, der dein Projekt nicht einmal erwähnt. Plane die Auswahl so, dass drei bis fünf gute Gespräche genügen. Auf Marktplätzen mit internationalem Publikum ist die Zahl der Bewerbungen meist höher und die Streuung größer, was mehr Sortierarbeit bedeutet.
Die gleiche Auswertung zeigt, wer sich bewirbt. 68 Prozent der beliebtesten Projekte kamen aus der Web- und Softwareentwicklung, 94 Prozent waren vollständig remote ausgeschrieben. Wer Präsenz vor Ort verlangt, sollte mit deutlich weniger Rückmeldungen rechnen.
Wofür sich welches Modell eignet
Meine Einschätzung nach Auftragsart:
- Kleine Einzelaufgaben bis wenige tausend Euro, etwa ein Logo, ein Bugfix, ein Landingpage-Text: Marktplatz. Die Gebühr ist absolut gering. Bewertungen und Treuhand schützen dich.
- IT-Projekte über mehrere Monate mit deutschsprachigem Team: Projektbörse. Die mittlere Projektlaufzeit auf freelancermap liegt laut Freelancer-Kompass 2026 bei sechs Monaten, das Publikum ist darauf eingestellt.
- Konzernumfeld mit Lieferantenliste und Compliance-Prüfung: Vermittler. Teuer, aber oft der einzige Weg durch den Einkauf.
- Seltene Spezialisten: keine Plattform allein. Kombiniere Börse, direkte Ansprache und Empfehlungen, wie im Artikel Freelancer finden beschrieben.
Worauf Plattformen dich nicht hinweisen
Erstens ändern sie nichts an der rechtlichen Einordnung. Ob ein Freelancer bei dir scheinselbstständig ist, hängt davon ab, wie er tatsächlich arbeitet. Auch ein Vertrag über Upwork schützt nicht, wenn jemand feste Arbeitszeiten hat und wie ein Angestellter in dein Team eingebunden ist. Die Kriterien stehen im Beitrag zur Scheinselbstständigkeit bei Freelancern.
Zweitens regeln die Standard-AGB der Marktplätze Nutzungsrechte oft anders, als du es für ein eigenes Produkt brauchst. Bei Code und Design lohnt sich eine eigene Vereinbarung zu den Nutzungsrechten, auch wenn die Bezahlung über die Plattform läuft.
Drittens sind Bewertungen schief verteilt. Eine mittelmäßige Note schadet einem Freelancer auf dem Marktplatz spürbar, und das wissen auch die Kunden. Kritik landet deshalb eher in einer privaten Nachricht als im Profil. Ein Schnitt von 4,9 Sternen trennt kaum zwischen gut und sehr gut. Wie du stattdessen prüfst, steht in der Anleitung zum Bewerten von Freelancern.
Wenn keine Plattform passt
Bei manchen Vorhaben ist die Plattformfrage die falsche. Wer eine Software braucht, an der über Jahre Entwicklung und Betrieb hängen, sucht eigentlich kein Einzelprofil, sondern ein Team, das Verantwortung für das Ganze übernimmt. Dann lohnt sich ein Gespräch mit einem Studio, das so etwas regelmäßig baut, zum Beispiel über die kostenlose Erstberatung von OnlineBuilders.
Für alle anderen Fälle: Entscheide zuerst, ob das Geld über die Plattform laufen soll. Dann wählst du zwei Plattformen desselben Modells, stellst dasselbe Projekt auf beide und vergleichst nach einer Woche Zahl und Qualität der Bewerbungen. Bevor du das tust, lohnt sich eine saubere Projektbeschreibung, denn sie entscheidet auf jeder Plattform darüber, wer sich meldet.
Häufige Fragen
Welche Freelancer-Plattform ist für IT-Projekte in Deutschland am besten?
Für mehrmonatige IT-Projekte im deutschsprachigen Raum sind Projektbörsen wie freelancermap oder freelance.de die übliche Wahl, weil dort viele Entwickler mit Deutschkenntnissen und Erfahrung in Konzernprojekten aktiv sind. Für kurze, klar umrissene Aufgaben mit internationalem Budget passt eher Upwork.
Kann ich einen Freelancer nach dem ersten Auftrag außerhalb der Plattform beauftragen?
Bei Projektbörsen ist das der Normalfall, weil der Vertrag ohnehin direkt geschlossen wird. Marktplätze wie Upwork verbieten in ihren Nutzungsbedingungen, Zahlungen für dort angebahnte Beziehungen für eine bestimmte Zeit an der Plattform vorbei abzuwickeln, und bieten teils eine kostenpflichtige Ablöse an. Lies die aktuellen Bedingungen, bevor du wechselst.
Sind Bewertungen auf Freelancer-Plattformen verlässlich?
Sie sind ein Signal, mehr nicht. Bewertungen sagen viel über Termintreue und Kommunikation, wenig über Codequalität oder Architektur. Bei größeren Aufträgen ersetzt nichts eine eigene Prüfung mit Referenzgespräch und bezahlter Probeaufgabe.
Muss ich auf Plattform-Rechnungen Umsatzsteuer beachten?
Ja. Sitzt die Plattform oder der Freelancer im Ausland, schuldest du als Unternehmen die Umsatzsteuer in vielen Fällen selbst im Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG. Gib deine USt-IdNr. im Kundenkonto an und lass die Buchung von deiner Steuerberatung prüfen.